Solidarität mit der Lu15 und den zwei vom Landgericht

Am 04.02.2020 wurde eine Privatwohnung und das Wohnprojekt Lu15 in Tübingen durchsucht.
Insbesondere in der Lu15 trat die Polizei dabei sehr gewalttätig auf und hielt sich in keinster Weise an angeblich geltende Gesetze. Der Durchsuchungbeschluss wurde erst, nachdem vermummte und bewaffnete Polizist*innen längst im gesamten Haus verteilt waren und nach mehrmaligem Drängen kurz vorgezeigt. Menschen wurden zu Boden geworfen, es wurden Zimmer durchsucht, für die es keinen Beschluss gab und eine Brandschutztür zerstört, obwohl ein Schlüssel angeboten wurde. Weiteres zur Hausdurchsuchung findet ihr hier: lu15[punkt]de

Als Grund für den ganzen Terz wurde die Festnahme von zwei unserer Freund*innen am Landgericht in Tübingen in der vorherigen Nacht genannt. Vorgeworfen wird ihnen eine versuchte (!) Sachbeschädigung.
Nachdem die beiden Gefährt*innen schon zu Beginn ihrer Festnahme erklärten, dass sie keine Aussage machen wollen, wurden beide stundenlang verhört. Unter anderem auch von Staatsschutz und Kriminalpolizei. Das allein ist schon kein übliches Vorgehen bei einer solchen Art des Tatvorwurfs. Darüber hinaus wurde über verschiedene Wege versucht, Aussagen zu erzwingen. Die Gefährt*innen wurden sofort voneinander getrennt und erhielten keine Auskunft über den Verbleib der anderen Person. Der Haftarzt, welcher die Hafttauglichkeit der Festgenommenen bestätigen musste, nahm die physischen und psychischen Beschwerden von zumindest einer Person in keinster Weise ernst. Gleich im Anschluss wurde die Festgehaltene an einen anderen Ort gebracht, ohne Auskunft darüber zu erhalten, wo sie sich befindet.
Bei den Verhören wurden beide mehrfach und über längere Zeiträume hinweg verbal bedroht und lautstark angeschrien. Dazu wurde das Drohszenario eröffnet, dass bei weiterer Aussageverweigerung die Beschuldigten erst in ein paar Wochen einem Haftrichter vorgeführt und bis dahin festgehalten würden. Weiter wurde angedroht, den Festgenommenen sage und schreibe 45 Sachbeschädigungen innerhalb der letzten Jahre anzulasten, sollten diese nicht beginnen mit der Polizei zu “kooperieren”.
Als die Gefangene gezwungen wurde, sich für Durchsuchungen und Untersuchungen zu entkleiden, wurde die einzig anwesende weibliche Polizistin aufgefordert, den Raum zu verlassen, sodass sie mit zwei männlichen Beamten allein zurück blieb. Auch ärztlich verschriebene und dringend benötigte Medikamente wurden ihr verweigert.
Die Gefährt*innen waren über viele Stunden der Gewalt und dem Sadismus der Polizist*innen ausgesetzt. Diverse Grundrechte wurden ihnen entzogen.
Doch trotz aller Schikanen haben beide keine Aussage gemacht!
Ihnen gilt ganz besonders unser Respekt und unsere Solidarität!

Diese Polizeiaktion war ein massiver Angriff auf linke Strukturen, ein Angriff auf die Privaträume diverser Personen und vor allem ein Angriff auf zwei von uns!
Das Ausmaß der Gewalt seitens der Büttel lässt vermuten, dass hier der Frust über das Ausbleiben von Fahndungserfolgen in den letzten Jahren verarbeitet wurde.
Dieser Angriff des Staates hätte alle treffen können, die ihn auch nur im Geringsten kritisieren oder hinterfragen.

Getroffen hat es zwei, gemeint sind wir alle! Aber keine*r steht alleine! Wir werden das Erlebte und das, was noch kommt, gemeinsam durchstehen! Wir werden die beiden Gefährt*innen bei ihren voraussichtlich anstehenden Prozessen und darüber hinaus mit allen Möglichkeiten unterstützen.
Auch war dieser Angriff kein Einzelfall. Schon seit langer Zeit geht die Polizei, unterstützt und gedeckt durch Politik und Justiz, gegen Linke und ihre Strukturen vor. Dabei ist es irrelevant, ob die Polizei sich an bestehende Gesetze hält oder nicht, da die Geschichte und die letzte Zeit sowieso gezeigt haben, dass die Gesetze an die Wünsche, Vorstellungen und das Verhalten der Polizei angepasst werden. Die Problematik wird weiter dadurch verschärft, dass in letzter Zeit immer mehr rechte Tendenzen und Strukturen innerhalb der Polizei aufgedeckt werden.

Doch auch wenn sie alles daran setzen uns klein zu machen: Wir werden niemals aufgeben! Wir werden für ein gutes Leben für alle einstehen, egal was kommt!
Kommt zur Demo, um eure Unterstützung mit den Betroffenen zu zeigen.

Solidarität und Glück für die zwei vom Landgericht und die Lu15!

14.02.2020 | Sternplatz
17:30 Uhr Kundgebung
19:00 Uhr Demo

Wir wünschen uns eine große, bunte und ausdrucksstarke Demo, die offen für alle sein soll, die uns unterstützen. Lasst bitte eure Parteifahnen zu Hause!

Lu15 and friends

aktuelle Infos: lu15[punkt]de

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Gartenstraßenfest- Programm

Sonntag, 8. Dezember von 12 bis 17 Uhr

12.00 Uhr Brass Busters (Street Brass Band) Draußen
13.00 Uhr Marcel & Irini (Folk Musik) Draußen
14.00 Uhr Infoveranstaltung zum Frauen*Queerstreik am 8. März (Queerfem/Frauen*gruppe Zumutung) Drinnen
14.00 Uhr Hans (Liedermacher) Draußen
15.00 Uhr Maxo (Singersongwriter) Draußen
15.30 Uhr Film: Wem gehören unsere Städte (arte) Drinnen
16.30 Uhr Feuershow Draußen

 

Und sonst so?

Den ganzen Nachmittag auf der Gartenstraße:

Punsch & Kuchen (Café Gärtnerei) ● Zuckerwatte & Kinderschminken (Gartensia) ● Waffeln (Lu 15) ● Queerfeministischer Infostand (Zumutung) ● Siebdruckstand (Pfleghof) ● Glühwein (4 Häuser Projekt) ● Hüpfburg (wenn es nicht regnet – bidde bidde!) ● Sandwichs aus dem Sandwichmaker (Münze 13) ● Kaffee (Jos Kaffeekutsche) ● heiße Suppe (Foodsharing) ● Kleidertauschstand & Zahl-was-du-willst-Flohmarkt ● Plätzchen & Weihnachtsdeko & weihnachtliche Verkleidungskiste zum Selfies machen (Nikolausschlitten-Fahrten im verkleideten Lastenfahrrad!) (Schelling) noch mehr heiße Suppe (Fichtehaus) Fridays for Future Infostand (FFF Tübingen) Feuerschalen- und tonnen (Wilhelma)

Mitmach-Aktion „Unsichtbare Barrieren“: Wer darf und kann sich wo in der Stadt aufhalten? Wo fühlst du dich wohl? Wer kann es sich noch leisten in der Stadt zu leben? Wir gestalten mit euch Glas-Stelen zum Thema „Recht auf Stadt“, die dann an die Stadt Tübingen überreicht werden.

Das unendliche Gästebuch: Verewigt euch! Sagt uns die Meinung! Schreibt uns Grüße! Stellt Fragen und erzählt, was euch bewegt!

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Gartenstraßenfest

**Die Häuser denen, die drin wohnen – Die Straßen denen, die drauf tanzen!**

Wem gehört die Stadt? Wer darf wie viel öffentlichen Raum einnehmen und wofür? Wo kann ich mich aufhalten, ohne Geld ausgeben zu müssen?

Das Tübinger Stadtbild wird von vielen Einkaufs- und Flaniermöglichkeiten und zahlreichen Märkten und Festen geprägt. Das fördert ein aktives Stadtleben – an dem allerdings nicht alle teilnehmen können.

Die Gartenstraße 7 lädt deshalb zusammen mit anderen Tübinger Initiativen und Wohnprojekten zum vorweihnachtlichen Straßenfest. Alle sind willkommen, am zweiten Adventssonntag zusammen zu feiern, zu schmausen und die Verhältnisse zu hinterfragen. Sich beschweren kann ja jede*r, da das aber weder die eigene Laune noch die Welt verbessert, wollen wir lieber anpacken und das Stadtleben mitgestalten.

**Zuckerwatte für alle**

Auf dem Programm stehen neben verschiedenen Essens- und Trinkangeboten unter anderem auch live Musik, eine Feuershow, Informationsveranstaltungen, Kinderschminken, Hüpfburg und ein Siebdruckstand (dafür gerne eigene Kleidung oder Stofftaschen mitbringen). Wer gerne eine Aktion oder einen Stand machen möchte, kann sich per Mail an gartenisa@riseup.net wenden.

Genaues Programm mit Ablaufplan folgt!

Achtung: Aufgrund der Aktion wird die Gartenstraße an diesem Tag etwa von 11 bis 17 Uhr gesperrt sein. Die Anwohner*innen wurden bereits persönlich informiert. Die Gartensia bittet um Verständnis.

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Pressemitteilung: Abstellung von Strom und Wasser wird nicht stattfinden!

Wie immer wollen wir euch auf dem aktuellen Stand halten. Dieses mal mit
erfreulichen Nachrichten:

Die geplante Abstellung von Strom und Wasser am Donnerstag (14.11.) wird
nicht stattfinden! Dies hat uns der Makler vor ein paar Stunden mitgeteilt.

Weiter bedeutet das auch, dass nun Verhandlungen bezüglich eines
möglichen Mietvertrags zwischen Eigentümer*innen und Besetzer*innen
starten. Die Besetzer*innen haben dafür eine Gruppe an Menschen aus den
eigenen Reihen delegiert, die über die Stadt diese Verhandlungen führen
werden. Natürlich in regelmäßiger Rücksprache mit allen an der Besetzung
beteiligten Personen.

Wir wissen das Entgegenkommen der Eigentümer*innen bei dieser Sache zu
schätzen.

Wir sind gespannt was die Zukunft bringt und bedanken uns für die viele
Solidarität, die wir in den letzten Tagen aus verschiedensten Bereichen
erfahren konnten.

Gartensia bleibt!

Viele Grüße,
eure Gärtner*innen

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Verteiler für eillige Infos

Kommt es zu einer Räumung oder anderen wichtigen Ereignissen werdet ihr über diese Verteiler schnellstmöglich informiert.
Einfach eintragen und informiert werden. Die Daten werden mit größter Sorgfalt behandelt, dennoch werden sie anders als im Flyer angegeben nicht verschlüsselt gespeichert.
Wenn ihr nicht wollt, dass die Kontaktmöglichkeiten miteinander verknüpft werden können schickt bitte seperate Formulare ab.

Selbstverständlich könnte ihr frei wählen welche Kommunikationswege ihr angeben wollt 😉

Zum Formular

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Wollt ihr mit uns schwimmen gehen?

Treffpunkt: 1. November, 14 Uhr an der Anlegestelle Hölderlinturm

Keine Angst vor Miethaien

Bürger*innen springen ins kalte Wasser gegen Wohnungsnot

Wir wollen auf die weiterhin bestehende Wohnungsproblematik aufmerksam machen und deshalb am 1. November gemeinsam ins kalte Wasser springen.
Macht mit, kommt vorbei, lasst uns ein starkes Bild erzeugen und gemeinsam Miethaie verkraulen!

Treffpunkt um beim Badeprotest ganz nah dran oder mittendrin zu sein: 1. November, 14 Uhr an der Anlegestelle Hölderlinturm
Alternativ: Eine gute Aussicht haben Sie auch von der Neckarbrücke

Wir möchten auf Wohnungsnot und Obdachlosigkeit hinweisen, die gerade im Winter lebensbedrohlich sein kann. Bei der letzten Zählung 2016 standen in Tübingen 156 Häuser leer, Wohnungen wurden nicht erfasst. Damals wurde die Gartensia noch mitgezählt. Inzwischen wurde sie wiederbelebt und ist eine Anlaufstelle für Menschen in Wohnungsnot geworden.
In der Gartensia lebt zum Beispiel ein junger Mensch, der zum Semesterstart keine Wohnung finden konnte und im Auto schlief, bis es dafür zu kalt wurde, sowie Menschen, die aufgrund von Eigenbedarf
gekündigt wurden.
Nach der Renovierung soll die Gartensia Wohnraum für 21 Menschen bieten. Aktuell liegt das Finanz- und Sozialkonzept der Initiative auf dem Schreibtisch der Wohnraumbeauftragten. Die Stadt Tübingen möchte das Gebäude erwerben und anschließend an die Gruppe weiterverkaufen. Ob der Verkauf klappt, hängt nun von den Eigentümer*innen und ihrer Bereitschaft ab, das Gebäude zu einem Preis zu verkaufen, der sozialen Wohnraum ermöglicht. Da der Leerstand Resultat ungeklärter, familiärer Angelegenheiten war und nicht aufgrund von Immobilienspekulation erfolgte, sind die Besetzer*innen optimistisch, dass es auch im Sinne der Eigentümer*innen ist, dauerhaft bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Sollten Investoren die Immobilie übernehmen, wird dies nicht der Fall sein. Dann drohen Abriss und Luxusappartements. Alle Menschen müssen wohnen, doch der Wohnungsmarkt richtet sich nach Gewinnen statt Grundbedürfnissen.

Die Gartensia ist seit über drei Monaten besetzt und freut sich auch
weiterhin über breite Unterstützung.

Viele Grüße und hoffentlich bis bald
Eure Gärtner*innen

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Einmonatiges!

Wir möchten feiern und ihr seid herzlich eingeladen, denn das einmonatige Besetzungsjubiläum steht an! …und das Beste: ein Ende ist nicht in Sicht!

Samstag, 17. August ab 20.00 Uhr: Potluck Dinner in der Gartensia

Das bedeutet: alle bringen was zu Essen und Trinken mit und dann gibts ein großes Buffet!

Wir freuen uns!

Viele Grüße

Eure Gärtner*innen

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Pressemitteilung

Die Gartensia feiert einen Monat Besetzung

Einladung zur Pressekonferenz am Freitag, den 16. August um 11.00 Uhr

Die Besetzer*innen blicken auf einen ereignisreichen Monat zurück und zeigen Perspektiven für die Zukunft auf. Ein Ende der Besetzung ist nicht in Sicht.

Die Gartensia gehört jetzt zu Tübingen. Der Wohnbereich wurde Dank zahlreicher Sachspenden gemütlich und praktisch eingerichtet, der verwilderte Garten wurde zur grünen Oase (jetzt auch mit Kompost und Gartendusche) und das Café erfreut sich großer Beliebtheit. Es finden zahlreiche geldfreie Veranstaltungen statt: Von Yoga bis Weinprobe, Doppelkopf-Stammtisch bis politische Vorträge und Konzerte bis Lindy-Hop-Tanzstunde ist alles dabei.

Es schauen viele verschiedene Menschen vorbei, trinken Kaffee, essen Kuchen und kommen ins Gespräch. Aus der Bevölkerung erhalten die Gärtner*innen viel Bestärkung. Auch Politiker*innen von Grüne, SPD und Linke kamen schon zu Besuch und zeigten sich solidarisch.

Währenddessen arbeiten die Gärtner*innen mit Unterstützung von zwei Architekten an der dauerhaften Sicherung des Projekts. Es besteht Kontakt zu Makler und Stadt. Die Gespräche verlaufen konstruktiv. Für September, wenn alle aus dem Urlaub zurück sind, ist die Aufnahme von Kaufverhandlungen geplant.

Die Gärtner*innen streben eine Zukunft als Projekt des Mietshäuser Syndikats an. So könnte die Immobilie dauerhaft dem Markt entzogen werden. In den oberen Etagen würde sozialer, gemeinschaftlicher Wohnraum entstehen und das nicht-kommerzielle Café im Erdgeschoss könnte verstetigt werden. Bei dem Prozess wird die Gartenisa schon jetzt von einem erfahrenen dreiköpfigen Berater*innenteam des Mietshäuser Syndikats begleitet.

Für weitere Informationen laden wir Sie zur Pressekonferenz am Freitag, den 16. August um 11 Uhr in die Gartenstraße 7 ein. Über eine kurze Rückmeldung an gartensia(at)riseup.net freuen wir uns.

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Gründung des Café-Kollektivs

Liebe alle,

ihr wolltet schon immer mal ein Café gestalten? Freundlichen Menschen Kaffee anbieten und dabei Kuchen essen?

In der Gartenstraße 7 soll ein nicht-kommerzieller Raum entstehen für ganz verschiedene Leute und Veranstaltungen. Alles weitere ist ungeklärt und soll vom neuen Kollektiv entschieden werden.

Wenn ihr Lust habt Teil des Café-Kollektivs zu werden, kommt diesen Mittwoch um 20.00 Uhr in die Gartensia zum Gründungstreffen. Falls ihr keine Zeit habt, aber über weitere Termine informiert werden wollt, schreibt uns gerne eine Mail.

Herzliche Grüße

Eure Gärtner*innen

 

gartensia(at)riseup.net

Twitter: @gartensia7

FB: Gartensia

Insta: gartensiasieben

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Offener Brief an OB Palmer, den Stadtrat und Tübinger Bewohner*innen

Lieber Stadtrat, lieber Oberbürgermeister, liebes Tübingen!

Enorm hohe Mieten, dominante Ladenzeilen und Schaufenster, New Yorker, H&M und dazu viele schicke Modeboutiquen – die Tübinger Innenstadt bietet den Leuten, die es sich leisten können, viele Möglichkeiten für Konsum und Profit. Für alle, die sich diese hohen Preise und Mieten nicht leisten können, oder die einfach keine Lust auf den ständigen Konsum haben, befinden sich vor all diesen schönen Ladenfassaden und Wohnhäusern unsichtbare Schranken.
In einem seit Ewigkeiten leerstehenden Haus in der Gartenstraße, am Tor zu dieser wunderschönen Stadt, wurde eine solche Schranke nun geöffnet. Hier entsteht ein Ort, an dem alle Menschen, unabhängig von der Größe ihres Geldbeutels, ob alt oder jung, von hier oder anderswo, zusammenfinden können.
In einer Ladenzeile, die seit 1998 hinter einer Farbschicht und Holzbrettern versteckt lag, haben wir jetzt ein Café auf Spendenbasis eingerichtet, das von Tag zu Tag gemütlicher wird. Das Haus bietet zahlreiche Möglichkeiten, zum Beispiel für eine Bücherei, einen Umsonstladen, eine Kleidertauschbörse, Jamsessions, Filmvorführungen, einen Treffpunkt für Vereine und politische Gruppen, einen solidarischen Garten und natürlich Raum für Ihre Vorstellungen. Schon jetzt ist hier ein offener Begegnungsort für Menschen aus unterschiedlichsten Kontexten und mit unterschiedlichen Ideen entstanden. Wir laden die gesamte Tübinger Stadtbevölkerung (also Sie alle!) ein, mitzugestalten, was aus diesem Ort werden soll. Das Café wird ermöglicht durch die Unterstützung und tatkräftige Mitarbeit der Besucher*innen, die sich hier in den letzten Tagen eingebracht haben und einbringen. Dieses gemeinschaftliche Engagement zeigt, dass ein großes Interesse der Anwohner*innen besteht, sich an diesem Projekt zu beteiligen und davon zu profitieren.

Wie profitiert die Stadt Tübingen von diesem Projekt?

  • Duch das Schaffen einer Verhandlungsbasis mit den Eigentümer*innen der Gartenstraße 7. „Endlich macht mal jemand was.“
  • Durch die Umwandlung des Gebäudes von einem Mahnmal für Wohnungsleerstand zu einem Aushängeschild für eine vielfältige und tolerante Gesellschaft im Herzen der Stadt.
    • Ein wünschenswertes Symbol in Zeiten politischen Rechtsrucks.
    • Steigert die kulturelle Attraktivität und den „alternativen Flair“ der Stadt.
  • Durch unabhängige Kulturveranstaltungen, die für alle zugänglich sind.
  • Durch einen Raum für Treffen von Vereinen und politischen Gruppen.
  • Durch die Chance, die Tübinger Wohnungspolitik glaubhaft umzusetzen.
    • Signalwirkung gegen Leerstand.
    • Schafft Wohnraum anstatt Verfall.
    • „Die Stadt hat ein Interesse daran, dass ein solches Haus nicht leer steht.“
  • Durch die Möglichkeit für die Stadtbevölkerung, sich aktiv in die Gestaltung ihrer Stadt einzubringen.
  • Durch die Übernahme städtischer Verantwortung seitens der Bevölkerung.
    • Ziviler Ungehorsam dort, wo die Hände der Amtsträger*innen gebunden sind.

Was kann die Stadt tun?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie sich die Stadt im Bezug auf dieses Projekt verhalten könnte. Uns fallen dazu einige Vorschläge ein:

  • Die Stadt erwirbt das Grundstück der Gartenstraße 7, sowie das darauf stehende Haus und vermietet entweder an soziale Initiativen oder verkauft es an diese weiter.
  • Die Stadt erwirbt das Grundstück der Gartenstraße 7 und vergibt dieses in Erbpacht an eine soziale Initiative. Hier stellen wir uns eine Initiative des Mietshäuser Syndikats (MHS) vor, welches das Haus von den Eigentümer*innen erwirbt.
  • Die Stadt vergibt einen Direktkredit mit niedrigen Zinsen an die Initiative des MHS, um diese beim Kauf des Hauses zu unterstützen.
  • Zur Ermittlung des Kaufpreises wird ein Gutachten von der Stadt erhoben, mit dem Ziel, das Haus nicht über ein Bieterverfahren erwerben zu müssen.
  • Die Gartensia wird geräumt und Marktmechanismen bestimmen über die weitere Verwendung des Hauses. Ein solches Vorgehen würde all die vorangegangenen Möglichkeiten sehr unwahrscheinlich machen und erneut auf unbestimmmte Zeit zu Leerstand führen.

Wir möchten gerne mit der Stadt über diese Optionen ins Gespräch kommen und gemeinsam die Zukunft der Gartenstraße 7 gestalten.

Was können Sie tun? / Was kann ich tun?

Es gibt vielfältige Möglichkeiten, an dem Gestaltungsprozess der Gartensia teilzuhaben, wie zum Beispiel:

  • Kulturelle Programmbeiträge vorschlagen (Workshops, Performances, Vorträge, etc.).
  • Sachspenden für den entstehenden Umsonstladen.
  • Know-How in Instandhaltungsfragen.
  • Essensspenden, Kuchen für das Café (am liebsten vegan).
  • Baumaterialien (nach Absprache).
  • Einfach vorbeikommen!

Wir appellieren an Sie als politisch Handelnde, sich für die Schaffung sozialen
Wohnraums einzusetzen und sich mit Ihren Ideen in der Gartensia einzubringen.

Wir hoffen auf einen konstruktiven Dialog mit der Stadt und den Eigentümer*innen auf Augenhöhe. Wir laden Sie alle herzlich in die Gartenstraße 7 ein, um dieses Haus bei Kaffee, Tee, Konzerten oder Vorträgen mit uns zusammen erneut mit Leben zu erfüllen.

– Ihre Gärtner*innen

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